Gianluca zeigte mir Italien pur
Das muss ich Euch erzählen. Denn ist das echte Abbild wie Italien im Kleinen wie auch im Grossen ganz anders tickt als wir denken. Drum bin ich jede Woche mal da, um diese andere Welt zu erleben, ja zu geniessen. Mit dem Auto bin ich ja von meinem Wohnort in 4 Minuten an der Grenze bei Ponte Tresa in Italien.
In einer engen Seitengasse des Städtchen Lavena Ponte Tresa habe ich mich verirrt als ich zu Fuss den Weg zum Schuhmacher suchte. Da lernte ich Gianluca, genannt Luca, kennen. Der ältere Herr mit weissem Haar sass auf der wohl hundert Jahre alten Treppe seiner Haustüre zur Gasse. Mit seinem Zuruf «Ehi tu, vuoi un caffè?” Nördlich vom Gotthard undenkbar sowas zu erleben.
Zögernd kehrte ich die paar Schritte um. Luca bat mich mit viel italienischer Gestik einzutreten.
Das Bareto von Luca schien auf den ersten Blick nicht viel grösser als meine Wohnküche Zuhause. Das Bareto hat Luca von seinem Vater übernommen, erklärt mir Angelo, der Panettiere von nebenan. Eine Lizenz zum Betreiben eines Lokals hatte Luca nie. Italien pur. Erstaunlich auch, niemand sprach hier in der Runde von der aktuellen Politik oder Weltlage. Giuseppe meinte so nebenbei als ich danach fragte. Das erledigt für uns Giorgia..
Es kommen immer mehr neue ältere Herren ins Bareto. Eine reine Männer Welt? Nein, ab und zu schwirrt eine bella Donna im Raum umher. Italien eben. Niemand aus der Altherrenrunde konnte oder wollte mir erklären, wer sie ist. Italien eben.
Die Wände Lucas Bareto sind voll geklebt von farbigen Bildern der italienischen Calcio-Grössen. Sehr oft die Nummer 10. Capitano Francesco Totti von der AS-Roma. Der Nationalheld und Fussballweltmeister Italiens. Lange lange, lange ist es her. 2006. Grande Francesco Totti scheint da in der Reihenfolge der Beliebtheit vor dem Papst und Don Vito Corleoni zu kommen.
Italien eben.

Autor
Peter Marugg
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