La Passeggiatta – ein Ritual und kein Fitnessprogramm
Fast jeden Abend gehen die Menschen in Italien spazieren. Nicht um fitter zu werden. Auch nicht zum Einkaufen im nahen Lebensmittelgeschäft. Sie nennen es LA PASSEGGIATA. Kein Ziel, keinen Gedanken wo dieser Spaziergang enden soll. Keine Eile. Man schlendert durch die Strassen und grüsst links und rechts. Man guckt nach anderen Menschen unter dem Motto „sehen und gesehen werden“.
Dabei kommt es sehr oft vor, dass man stehen bleibt. Ein kleiner Schwatz über Gott und die Welt oder einfach über kleine Begebenheiten im Dorf. Man geht weiter. Der Hauptplatz im Dorf wird zum Wohnzimmer. Ab und zu ein Glas Rotwein mit Bekannten die rufend von der offenen Bar eingeladen hatten.
La Passeggiata ist ein jahrhundertealtes soziales Ritual. „Andiamo a fare una passeggiata?
Wollen wir spazieren gehen? Spaziergänge gibt es in jedem Land. Nur Italien hat sie zu einem Ritual gemacht. Meine Empfehlung vor oder nach dem Nachtessen im Ristorante einfach auf die Strasse gehen und da die italienische Lebensweise erleben. Wird unvergesslich bleiben. Garantiert.
Autor
Peter Marugg
Noch ein Tipp:
Die ganze Familie in Italien kleidet sich hübsch zum abendlichen La Passeggiata. Für Besucher empfehle ich niemals mit kurzen Hosen und Badeschlappen dann auf die Strasse zu gegen. Leider muss ich diese Empfehlung schreiben, da meist Touristen aus dem Norden sich den lokalen Geplogenheiten nicht anpassen. Es ist oft zum Fremdschämen.