Drei Dinge, die mir das Fahren alten Autos gelehrt haben
Mein ersten Erkennntisse
Was uns am meisten abverlangt, gibt uns oft auch am meisten zurück. Jedes Mal, wenn ich alte Auto fahre, muss ich voll und ganz präsent sein. Es lässt mich nicht abschalten. Es verlangt meine Aufmerksamkeit, meinen Fokus und meinen Respekt. Ich glaube, darin liegt eine wichtige Lektion.
Viele von uns verbringen Jahre damit, Widerstände aus unserem Leben zu verbannen, mehr Bequemlichkeit, mehr Komfort und mehr Sicherheit zu schaffen. Und dann wachen wir eines Tages auf und fragen uns, warum wir uns so entfremdet fühlen. Die Realität ist: Nicht alles, was uns herausfordert, ist ein Problem. Manchmal ist es gerade die Herausforderung, die uns lebendig fühlen lässt.
Die zweite Lektion
Alte Autos stammen aus einer Zeit in der nicht Bequemlichkeit, sondern Handwerkskunst im Vordergrund stand. Man spürt es beim Fahren. Man spürt den Stolz, der in seine Herstellung geflossen ist. Dasselbe sehe ich bei den Menschen, die ich am meisten bewundere. Ihr Charakter hat sich nicht in einfachen Zeiten entwickelt. Ihre Widerstandsfähigkeit ist nicht entstanden, als alles nach Plan lief. Sie ist durch Druck, Rückschläge, Verantwortung und Widrigkeiten gewachsen. Wir leben in einer Welt, die besessen davon ist, den schnellsten Weg zu finden, doch manche Dinge muss man sich auf dem langen Weg erarbeiten.
Die dritte Lektion ist
Je älter ich wurde, desto mehr schätzte ich Dinge mit Seele. Alle jagen dem Erfolg hinterher. Dem nächsten Ziel, der nächsten Beförderung, der nächsten Übernahme, dem nächsten Meilenstein. Doch diese alten Autos haben mehr Charakter als die meisten modernen Autos, die ich auch gefahren bin. Es erinnert mich daran, dass nicht alles besser wird, nur weil es neuer ist.
Ich glaube, mit Menschen ist es genauso. Viele meiner persönlichen Kontakte glauben, die Antwort liege irgendwo vor ihnen. Aber sehr oft haben sie sich von einer Version ihrer selbst entfernt. Und den Weg zurück zu diesem Menschen zu finden, ist mehr Wert als ein Diplom an der Wand oder jede Trophäe, die man je ins Regal stellen wird.
